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Arztpraxis Dr. med. Markus Walter > Philosophie der Praxis



Philosophie der Praxis

 

Betrachtungen zur "Schulmedizin" und "Alternativmedizin"

Ich bin ein begeisterter Anhänger der Schulmedizin an der Stelle, an der die so genannte Schulmedizin, also die universitär gelehrte Medizin, ihre Berechtigung und Stärken hat.
Insbesondere in der Akut- und Intensivmedizin, aber auch in manch anderen Bereichen leistet die moderne und hoch entwickelte Medizin einen hervorragenden Beitrag zur Gesundung.

Die Ansätze der Schulmedizin sind immer auf die physikalische Ebene des erkrankten Menschen gerichtet und wirken durch Ersatz von Defiziten, durch Blockade krankheitsauslösender Mechanismen oder durch deren Zerstörung wie bei Infektionskrankheiten mit Antibiotika oder Tumorerkrankungen mit Chemotherapie, Bestrahlung etc.

Mit dieser Herangehensweise werden einerseits gravierende Folgeerscheinungen durch unerwünschte Nebenwirkungen in Kauf genommen, andererseits die wahren Ursachen der Erkrankungen oft außer Acht gelassen. Im Übrigen kann die häufig zu beobachtende Fixierung auf ein einzelnes Ziel (z.B. Senkung eines Laborparameters, wie des Cholesterins, oder eines Symptoms, wie "Fieber") unter Außerachtlassung des "ganzen Menschen" an anderer Stelle neue Störungen hervorrufen, die wiederum behandlungsbedürftig werden.

Die alleinige Anwendung physikalisch-chemischer Gesetzmäßigkeiten in der Schulmedizin wird, meines Erachtens völlig zu Recht, in weiten Teilen der Bevölkerung als zu einseitig und unvollständig empfunden. Laut Umfragen wünschten sich bis zu 80% der Befragten komplementärmedizinische ärztliche Betreuung, jedoch nur ca. 20% der Ärzte können diese auch umfänglich anbieten.

Es gibt keinen Widerspruch zwischen der Schul– und der  Komplementärmedizin, da lediglich von verschiedenen Seiten der gleiche Mensch betrachtet wird. Jedoch ist der einzig richtige Ansatz der, der neben der rein physikalisch-chemischen Definition des Menschen auch dessen seelisch-geistige Anteile in der Krankheitsursache und deren Therapie berücksichtigt und somit einen wirklich ganzheitlichen Ansatz darstellt.

Ob die Bezeichnung der zunächst unsichtbar erscheinenden Anteile des Menschen chinesisch, indisch, anthroposophisch oder anders gewählt wird, ist letztlich ohne wirklichen Widerspruch, es handelt es sich immer um den Menschen als solchen, nur aus verschiedenem Blickwinkel betrachtet.

Die wahrscheinlich am besten untersuchte Medizinrichtung ist die der Traditionellen Chinesischen Medizin, die über Jahrtausende an Milliarden Menschen empirisch erprobt, korrigiert und in ihrer Wirksamkeit nachgewiesen wurde. Unsere hochmoderne "wissenschaftliche" Medizin verfügt nicht einmal annähernd über ähnliche Erfahrungen. Alle riesigen Massenstudien können bei weitem nicht mit dieser Empirie mithalten. Und dennoch wird die TCM von der westlichen Wissenschaft nicht wirklich ernst genommen oder anerkannt.
Dabei beinhaltet gerade die TCM einen Großteil der fehlenden Anteile der Schulmedizin, nämlich die Lehre der (unsichtbaren) Energieflüsse im menschlichen Körper und zeichnet mit dem Meridiansystem eine genaue Anatomie dieser so schwierig greifbaren Struktur.
Gerade die Störung in der Verteilung oder Behinderung der Energieströmungen müssen aber als Ursachen vieler Erkrankungen angesehen werden. Das heißt, dass eine kausale (ursachenbezogene) Behandlung durch Ausklammern dieses menschlichen Anteils in der Schulmedizin nicht möglich ist.
Verbindet man aber nun die Traditionelle Chinesische Medizin mit den technischen Möglichkeiten der modernen westlichen Welt, wie das z.B. durch das Diagnoseverfahren der Elektroakupunktur nach Voll geschieht, eröffnet sich eine neue Welt der Möglichkeiten in der Medizin geradezu unglaublichen Ausmaßes.
Aber auch die TCM kann wiederum durch tiefer greifende Lehren des menschlichen "Energiesystems" erweitert und ergänzt werden, wie dies beispielsweise in der Anthroposophischen Medizin mit der Berücksichtigung der  "höheren" Wesensglieder in der Krankheitsentstehung geschieht.

Jede einzelne medizinische Richtung, inklusive die der Schulmedizin, ist somit für sich gesehen richtig und falsch zugleich.
Erst die Synthese der verschiedenen Aspekte menschlicher Daseinsformen und deren Wahrnehmung als Arzt, lässt diesen zu einem Ganzheitlichen Arzt werden.